Montag, Februar 09, 2009

in the absence of truth.

bestimmt ungefähr mindestens drei uhr, nachts, samstags, würzburg-grombühl. ein betrunkener, wütender mann schlägt eine gläserne haustür ein und brüllt die ihn beobachtenden menschen mit geiferndem hass an. bis die an der tür ankommen, ist er weg, aber fragen stehen im raum.
nicht allzu sehr nach dem warum, es waren schließlich keine sozialpädagogen anwesend.
letzte woche, als ich mir vom nürnberger wochenendnotdienst meine halsentzündung diagnostizieren ließ, saß ich kurz darauf in der u-bahn. ein kleiner junge schwingt sich freudestrahlend um eine stange herum, seine mutter lächelt ihn an. den beiden gegenüber positioniert sitzt ein herr, der aussieht wie harry rowohlt, wenn der mal wütend wäre. aber immer noch freundlich. auf einmal knickst der junge um und sagt: "aua." das rowohlt-generikum hustet nun lautstark los: "ein mann kennt keinen schmerz, los, sag das!" ein mann kennt keinen schmerz.
die gestellte frage war eher die nach dem unterschied zwischen krankheit und normalität.
ein mann kennt keinen schmerz und kann deswegen manchmal nachts türen einschlagen. denn nur schmerzen machen krank.
die mediziner, alle anwesend, waren sich nicht so recht einig. die beste annäherung kam dann doch wieder aus der geschichte der kunst: krankheit und norm bedingen sich gegenseitig. aber mal ehrlich: krankheit kann die norm erziehen.
oh look! ein lächelnder koffer!

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

körper und geist in seiner anti-form werden mindestens seit freud, besser seit den 60ern in der kunst thematisiert. den entscheidenden ausspruch lieferte jedoch ronald laing: wenn in einer kranken gesellschaft jemand krank wird, ist er der gesunde.

bille-billa-billud

6:52 nachm.  

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