Mittwoch, September 03, 2008

get rid of your skin / we're secret stars.

15.8.: erster urlaubstag. münchen. wir besuchen tobi und kerstin. kerstin schreibt übrigens gerade den besseren urlaubsblog.
wir gucken uns in der pinakothek der moderne die "female trouble"-ausstellung an, die wir alle etwas durchwachsen finden. mich beeindrucken besonders die inszenierten portraitfotos aus dem späten 19. und frühen 20. jahrhundert, und die sachen von pipilotti rist und cindy sherman und...eigentlich doch viele mehr. lohnenswert. aber der katalog allein reicht auch. da hat man auch nicht die hundertscharen schaulustiger dabei, die an diesem verregneten feiertag den blick auf die bilder blockieren.
danach essen wir im kopfeck. bille wird der nach der hälfte ihres überdimensionierten hamburgers schlecht, weil alles mit dillsoße überlaufen ist. ich esse meine und ihre riesenportion und bin bestimmt 5 kilo schwerer. aua.
danach sind wir auf einem kurzen abstecher im kafe kult, schlagen uns dann eine stunde mit dem münchner ersatzverkehr durch. schon zum kafe kult hat uns ein kleiner 10-sitzer-minibus gebracht. das fühlte sich nach butterfahrt zum strand an. ein schöner einstieg.
in der nacht diskutieren tobi und bille eindrucksvoll über die grenzen von romantischem idealismus und gnadenlosem pragmatismus. zumindest denke ich mir das. die alten sturköpfe. ich plädiere irgendwann für den schlaf. oh du bruder des todes.
am nächsten morgen brechen wir gegen 11.00h auf. über den brennerpass nach italien. auf dem weg durch österreich frage ich mich, wie die automatischen vignettenkontrollen bitteschön funktionieren sollen. ich wette, dass sich im weltall ein einziger österreichischer satellit befindet, der diese scheißvignetten ortet und ihre verwendungsdauer notiert. idiotenpack.
kurz vor unserem ziel, dem kalterer see nahe bozen, kommen wir in einen eineinhalbstündigen stau. egal. hauptsache wir sind irgendwann da:---
ende für heute. heute war ein schrecklicher tag. wahrscheinlich, weil sich das rad unweigerlich weiterdreht, und zwar doppelt so schnell. tagesbilanz: 15 kartons stehen rum, halbgepackt, weil sich alles in mir dagegenstemmt. ich sitze nur dazwischen und starre und kann mich nicht bewegen, weil ich nicht will, weil mich so vieles hier hält. ich war noch nie gezwungen, meinen platz auf diese weise zu verlassen. ich ließ mich noch nie zwingen. das fühlt sich an wie zwangsräumung. sie müssen hier raus. wir haben anderes mit ihnen vor. bisher war jeder andere wohnungsauszug eine erleichterung, dieser ist einfach nur ein gewaltakt. und völlig idiotisch.

ende letzten schuljahres hat eine kollegin von mir das referendariat mit guantanamo verglichen. als wir in einem akt pädagogischer brillianz unsere gefühle in bildern darstellen sollten, waren ein drittel kollagen nur schichten von schwarz, ein anderes drittel bestand aus bergen, auf die man nicht raufkommt, der rest waren gegenüberstellungen von licht und schatten. ergebnis: sehen sie, es geht ihnen allen gleich. mastschweine werden auch immer in gruppen zum raum mit dem bolzenschießer gekarrt. ich, weiß, das ist viel zu dramatisch.
auf einem der bilder stand "hälfte des lebens".

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

haha, grimassengerstin war auch da und man erkennt gar nicht die genialität unserer treppenhaustapete!

11:34 nachm.  

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